Braueule III – Einfach schöner Bier brauen!

Braueule III von Brumas

Lange habe ich darauf gewartet, doch jetzt ist es endlich soweit. Die Braueule ist eingezogen. Seit ich vor gut einem Jahr mit dem Bierbrauen begonnen hatte, träumte ich von dieser edlen, stilvoll in Kupfer gekleideten, Heimbrauanlage. Die Hürde sich die Braueule anzuschaffen ist wegen des Preises natürlich ein gutes Stück höher als bei den günstigeren Konkurrenten wie etwa dem dem Mundschenk, Brauheld oder auch Grainfather. Emotion spielt beim Kauf sicherlich eine große Rolle, oder warum würde man sonst 3000 Euro in ein Gerät investieren, das zwischen 30 und 40 Liter Bier produziert?

Neben Emotion ist natürlich auch die Qualität ein gewichtiger Faktor beim Kauf. Made in Germany oder besser gesagt in Bayrischzell finden wir schon ganz sympathisch. Zumal dies ja auch eher die Seltenheit auf dem Brauanlagen-Markt für Heimbrauer ist. Wir haben die Braueule einem ausführlichen Test unterzogen und erklären Schritt für Schritt wie das Brauen mit der noblen Hobby-Brauanlage funktioniert.

Schritt 1: Auswahl oder Anlegen des Rezeptes

Wir haben uns für unser erstes Bier mit der Braueule für ein India Pale Ale entschieden, das man ebenso bei Brumas beziehen kann. Dies ermöglicht uns einen relativ zügigen Start in den Brauvorgang, da wir das Maischeschema, Kochzeit etc. bereits hinterlegt haben, sodass wir um zu starten lediglich in der Brausteuerung den Punkt Rezepte und dann India Pale Ale (IPA) auswählen müssen. Die Steuerung leitet durch den Brauprozess. Wie ihr Eure eigenen Rezepte einspeichern könnt erklären wir in einem separaten Artikel.

Schritt 2: Das Maischen mit der Braueule ist etwas ganz besonderes

Wir starten damit, den Schlauch und das Sieb im Läuterbottich anzubringen. Im nächsten Schritt wird nun das Wasser, welches zum Maischen benötigt wird, eingefüllt und durch die Braueule auf die richtige Einmaisch-Temperatur gebracht. Wir füllen dafür, wie in der Anleitung für das IPA aufgeführt, 25 Liter Wasser in den Läuterbottich und 15 Liter Wasser in die Würzepfanne.

Sobald dies geschehen ist, wird die Gerste hinzugefügt, die Kupferhaube auf die Würzepfanne gesetzt und mit dem Spannring verschlossen. Außerdem wird der Sicherheitsaufsatz auf der Haube angebracht. Es müssen nun noch die Schläuche entsprechend angebracht werden. Von der Läuterpfanne führt ein Schlauch oben in die Haube. Der Luftschlauch vom Sicherheitsaufsatz wird auf der Rückseite der Braueule angebracht.

Da das Wasser aus unserem Hahn schon mit einer Temperatur von ca. 40 Grad kommt, dauert es nur ca. 10 Minuten bis die gewünschten 45 Grad erreicht sind und die nächste Rast mit 67 Grad angesteuert wird. Diese dauert 45 Minuten, bevor es dann für weitere 10 Minuten in die letzte Rast zum Abmaischen auf 78 Grad geht.

Gerade das Maischen ist einer dieser Punkte, die die Brauanlage aus dem Hause Brumas so besonders macht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Anlagen für die eigenen vier Wände, setzt die Braueule auf direktes Dampfeinblasen um die Maische zu erhitzen.

Da dies zu Blasen in der Dickmaische führt, die dann weiter nach oben aufsteigen, kann es während des Maischen durchaus häufiger zu größeren Temperatursprüngen in der Anzeige kommen. Das ist jedoch kein Grund zur Besorgnis, sondern liegt eben an diesem speziellen Verfahren. Diese ist im übrigen weit entfernt vom meist gängigen Infusionsverfahren und kommt eher dem Dekoktionsverfahren nahe. Ihr wollt mehr Details zum Maischen mit der Braueule? Hier gehts zur Beschreibung des Herstellers.

Schritt 3: Läutern mit der Braueule

Wir beginnen den Läutervorgang, indem wir zunächst das heiße Wasser aus der Würzepfanne in einen Metalleimer ablassen. (Wir haben einfach ein offenes NC-Keg verwendet). Später wird dies für die Nachgüsse wieder verwendet . Also nicht wegschütten.

Sobald dies geschehen ist nehmen wir den Schlauch, welcher den Läuterbottich und die Würzepfanne verbindet, oben an der Haube ab und lassen aus dem Läuterbottich einen Liter Würze ab, legen anschließend den Schlauch auf den Boden der Würzepfanne.

Nun beginnt der Läuterprozess und der Braukessel füllt sich langsam. Dem Rezept entnehmen wir, dass wir 16 Liter Nachguss in vier bis fünf Gaben über die Maische geben sollen, sobald das Wasser darin komplett versickert ist. Wir lassen das Nachguss-Wasser langsam über den leicht schräg gestellten Deckel in den Läuterbottich laufen. Sobald alle Nachgüsse gegeben sind, wird der Treber aus dem Läuterbottich entfernt und mit Wasser ausgespült.

Schritt 4: Würzekochen und Hopfengaben

Bevor wir mit dem Kochen der Würze beginnen, verbinden wir den Schlauch des Läuterbottichs wieder mit dem entsprechenden Anschluss an der Haube. Ist dies passiert, können 20 Liter kaltes Wasser in den leeren Läuterbottich gefüllt und der Deckel daraufgelegt werden. Wir haben auch den Sensor wieder angebracht. Auch wenn dies, so denken wir, nicht nötig gewesen wäre. Unseren Bitterhopfen geben wir gleich zu Beginn des Kochprozesses mit in die Würze. Dieser wird dann die gesamten 60 Minuten mitgekocht.

Später folgen dann noch drei weitere Hopfengaben. Das Gerät drosselt wenige Minuten vor den jeweiligen Hopfengaben die Temperatur. Zu starkes Ausströmen heißer Dämpfe wird somit verhindert. Zu guter Letzt wird die Würze noch für weitere fünf Minuten bis zum Start des Whirlpools gekocht. Die letzte Hopfengabe wird dann zum Whirlpool gegeben. Dieser Hopfen soll keine Bitterstoffe mehr abgeben. Hier möchte man nur Aroma aus den Hopfenölen gewinnen.

Schritt 5: Whirlpool mit der Braueule

Nach einer kurzen Wartezeit geht es im nächsten Schritt weiter zum sogenannten “Whirlpool”. Hierbei wird die Würze in Rotation versetzt, der Trubkegel setzt sich in der Mitte des Kessels ab. Dadurch wird später wesentlich klarere Würze in den Gärbehälter gefüllt. Dieser Vorgang dauert 15 Minuten. Jetzt geben wir auch noch den letzten Hopfen hinzu. Wir haben die Würze mittels Kühlspirale in 20 Minuten auf 30 Grad heruntergekühlt, bevor diese dann in das Gärgefäß abgelassen wurde. Je schneller dies passiert, desto geringer ist auch das Infektionsrisiko.

Schritt 6: Hefegabe

Wir verwenden für dieses Bier eine “Mangrove Jacks U.S. West Coast East – M44” anstelle der beigelegten Brumas-Haushefe. Allerdings nur weil wir diese eben sehr gerne verwenden. Es spricht absolut nichts dagegen die für dieses Paket vorgesehene obergäriges Brumas-Hefe zu verwenden.

Wir haben uns zuvor während des Würzekochens 100 Milliliter Würze in einen kleinen Topf abgelassen und mit 500 Milliliter Wasser vermengt. Diesen Hefestarter haben wir dann ca. 2 Stunden später in das Gärgefäß gegeben. Man kann die Trockenhefe auch direkt über die Würze streuen. Hierbei sterben allerdings bis zu 60 % der Hefezellen ab. Also lieber einen kleinen Starter machen. Stellt so gut wie keinen Aufwand dar und das Ergebnis wird euch überzeugen 😉

Schritt 7: Reinigung der Braueule

Es geht weiter mit dem Reinigungsprogramm. Hierzu befüllen wir die Eule mit 15 Liter Wasser und mengen dem ganzen 100 Milliliter EnzyBrew oder Spülmaschinenpulver (keine Tabs mit Klarspüler), ca. 120 g bei. Anschließend übernimmt die Braueule erstmal den Rest. 70 Minuten pumpt das Gerät die Reinigungsflüssigkeit durch Kessel und Heizkreislauf. Anschließend noch mit 20 Liter klarem Wasser spülen, und fertig. Der Läuterbottich ist nach Abschrauben des Filters und Entfernen des Schlauches ohnehin mit nur wenigen Handgriffen schnell gereinigt. Kein großer Akt. Daumen hoch für die Reinigungsfunktion.

Fazit

Die Braueule macht wirklich Spaß. Sieht gut aus, ist pflegeleicht, einfach durchdacht. Die Qualität der größtenteils in Bayern gefertigten Anlage ist schlicht hervorragend. Es sind nur hochwertige Teile verbaut. Da klappert nichts.

Ein schönes Beispiel für gute Qualität und somit auch höhere Sicherheit für den Anwender erkennt man in den kleinen Details. Ein gutes Beispiel dafür ist das am Bottich angeschraubte Läuterblech. Vergleiche ich dieses mit den Blechen meines Mundschenk wird deutlich, dass das Blech wesentlich stabiler ist. Durch die abgerundeten Kanten ist es aber eben auch sicherer. Beim Mundschenk ist da die Gefahr schon größer.

Auch der in Bayrischzell gefertigte Hahn ist äußerst hochwertig. Also wirklich ein regional hergestelltes Produkt. Wo finden wir so etwas noch? Wir finden das richtig stark!

Von der Menüführung bis zur Reinigung ist das Gerät wirklich kinderleicht zu bedienen. Und wenn man den vielen stolzen Braueulen-Besitzern glaubt, ist das Ergebnis ein sehr viel komplexeres, interessanteres Geschmackserlebnis beim fertigen Bier. Wir werden es in gut vier Wochen erfahren. Der nächste Brautag kann kommen!

Solltet ihr Fragen zum Brauen mit der Braueule haben könnt ihr mir gerne unten einen Kommentar hinterlassen.

Braueule III

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