Der Hype um Kveik – Was kann die Hefe?

So angesagt wie nie zuvor scheint dieses Kveik-Zeugs zu sein. Doch was ist Kveik überhaupt und warum erfreut es sich derart großer Beliebtheit bei Brauern?

Kveik ist in aller Munde. Egal auf welcher sozialen Plattform oder in welchem Hobbybrauer-Forum man sich bewegt, Kveik wird einem begegnen. Deshalb wollen wir in diesem kleinen Artikel mal etwas näher darauf eingehen.

KVEIK – Wunderhefe aus Norwegen?

Es handelt sich also um Hefe. Richtig. Aber warum ist diese jetzt so besonders? Die Antwort: Kveik, eine alte norwegische Hefe, produziert ganz außergewöhnliche Geschmackserlebnisse. Man könnte bei der von Estern getriebenen Hefe sogar treffender von Geschmacksausbrüchen sprechen. Weitere für Brauer sehr wertvolle Eigenschaften sind beispielsweise eine extrem hohe Alkoholtoleranz und rasante Gärzeiten und Temperaturbeständigkeit. Alles Eigenschaften die es einem ermöglichen, wirklich fantastische, ungewöhnliche und spannende Biere zu produzieren. Kveik bildet einen separaten Strang der Bierhefen. Es handelt sich nicht um eine Unterart.

Hier die wichtigsten Merkmale von Kveik-Hefen

  • Bestehend aus mehreren Hefestämmen
  • Obergärige Hefe (Saccharomyces cerevisiae )
  • Hohe Alkoholtoleranz (bis zu 16 Vol %)
  • Flocken stark aus
  • Sagenhaft schnelle Gärzeiten, Aktivität oft schon nach einer halben Stunde sichtbar. Komplette Vergärung bereits in drei Tagen möglich.
  • Nicht-phenolische Hefen
  • Estern, Aromen tropischer Früchte

Geschichte der Kveik

Der genaue Ursprung der Kveik-Hefen ist nicht wirklich bekannt. Lars Garshol hat in seinen Forschungen allerdings festgestellt, dass Kveik der Hefe-Gruppe 1 zugeordnet werden kann. Diese besteht aus Bierhefen mit Ursprung in Großbritannien/USA und Deutschland/Belgien. Irgendwo dazwischen ist dann wohl die Kveik angesiedelt.

Man geht davon aus, dass die Hefe-Gruppe 1 vor vielen Jahrhunderten europäisches Festland verlassen und über Großbritannien nach Skandinavien/Norwegen gelangt ist. Dort kam es wohl zur Kreuzung mit einer wilden Hefe. Es entstand die “Mutter” aller Kveik-Hefen. Aber nicht überall in Norwegen spricht man von Kveik. Je nach Region wird die Hefe auch als Yester, Gjær, Gong, Barm oder Gjest bezeichnet.

Viele Generationen von norwegeischen Farmhouse-Brauern schwörten bereits auf Kveik und haben die Hefe immer wieder geerntet und auf vielfältigste Arten an die nächste Generation weitergeben. Eine der bekanntesten, traditionellen Formen der Weitergabe bzw. des Erntens ist wohl die Verwendung des Kveikstokk. Ein Holzstock in den Löcher/Vertiefungen eingearbeitet wurden und der zum Auffangen der Hefe in den Gärbehälter gegeben wird. Die Hefe setzt sich in den Kammern fest. Anschließend wurde der Stock herausgenommen, mit etwas Mehl bestäubt, kurze Zeit getrocknet und erneut in den Gärbehälter gehängt. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt, bevor der Kveikstokk dann endgültig zum Trocknen aufgehangen wird. Aber auch Flaschen oder ähnliche Gefäße, Leinentücher oder aber auch Strohringe wurden verwendet. Hier gibt es weiterführende Informationen über die Geschichte der Kveik-Hefe.

Die bekanntesten Kveik Hefen

Besonders die Hornindal Hefe ist bei uns, aufgrund der produzierten tropischen Aromen von Annanas und Zitrusfrüchten, Karamell und Rum, sehr beliebt. Auch so manch andere Hefe sollte Euch schon begegnet sein. Hier ein paar der bekannteren:

  • Hornindal
  • Rivenes
  • Stranda
  • Sigmund
  • Lærdal

Wir selbst haben noch keinen Sud mit der Kveik-Hefe gemacht. Werden das allerdings in den nächsten Wochen nachholen und euch dann auch genau darüber informieren, auf was beim Bierbrauen mit der norwegischen Hefe geachtet werden sollte.


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